Der Kreuzgang

Heute besuchen wir ein weiteres der vielen Klöster der Region. Warst Du schon in Monastère de la Verne im Massif des Maures? Das hatte mich etwas mehr beeindruckt, wahrscheinlich weil es noch bewohnt war und nicht so museal wirkte. Nichtsdestotrotz hat sich der Ausflug nach Le Thoronet für mich gelohnt. Warum erzähle ich Dir jetzt.

Vorab ein wenig Geschichte

Das ehemalige Zisterzienserkloster wurde ca. 1190 n.Chr. fertiggestellt und liegt etwa 5 km außerhalb von Le Thoronet, einem winzigen Dorf im Var oberhalb der A8. Anfangs lebten etwa 20 Mönche und viele Laienbrüder in der Abtei. Es gab immer wieder bauliche Veränderungen, aber bereits im 15. Jahrhundert begann der Verfall der Anlage. 1790 lebten noch 7 Mönche dort, kurz darauf wurde die Abtei aufgelöst. 1854 wurde der Besitz verstaatlicht und seit 1873 wird renoviert.

Ein Besuch wert

Bereits die Anfahrt ist schön, auch wenn Du über die Autobahn kommst. Denn danach gurkt man über Land und kommt durch ein paar hübsche Dörfchen. Wie immer ist die französische Beschilderung etwas dem Zufall überlassen. So findet sich an der Autobahn und auch noch kurz danach das ein oder andere Schild, aber dann gibt es plötzlich keine mehr und wir haben doch lieber das Navi eingeschaltet.

Die Fahrt endet an einem großen, beeindruckenden Parkplatz mitten im Eichenwald. Das Besondere daran ist das idyllisch zwischen den knorrigen Bäumen gelegene Bistro, dessen Tische und Stühle sowie Sonnenschirme überall verteil sind. Ich weiß nicht, ob Du es auch immer so schade findest wie wir, dass man bei den meisten Highlights nicht einkehren kann. Hier geht es – und wir haben es auch gemacht. Gleich zweimal: direkt nach dem Aussteigen, weil wir so begeistert waren, dass es die Möglichkeit gab (und weil wir Angst hatten, es wäre geschlossen, wenn wir mit der Besichtigung fertig sind) und im Anschluss zu einem verspäteten Mittagessen. Dazu später mehr.

Wie es für uns üblich ist, sind wir zur Mittagszeit angekommen. Unter den Eichen wurde gepicknickt oder Siesta gehalten und der Mann, der Hund und ich haben erst einmal bei kühlen Getränken pausiert. Man muss die Feste feiern, wie sie fallen… Anschließend haben wir uns getrennt, Mann und Hund sind im Wald verschwunden und ich habe das Kloster besichtigt. Und es war schön!

Was Dich erwartet



Der Eintritt kostet 8 € und wird im Souvenirshop bezahlt. (Guck Dir am besten vorher hier die Öffnungszeiten an.) Sobald man aus dem Kassengebäude tritt, kommt man in einen wunderschönen kleinen Garten mit Brunnen in der Mitte. Das ist sowieso das erste, was mir auffällt: es gibt extrem viel Wasser hier. Überall plätschert es in Brunnen oder Becken, ziemlich beeindruckend, denn es hat über 30 °C und es gibt auf dem Gelände kaum noch Schatten. Also schnell rein in die kühle Kirche.



Die Abtei bietet viel Programm (siehst Du auch auf der Website). Es fand eine Ausstellung statt und kurz vor meinem Besuch war ein Konzert zu Ende. Aber eine Dame aus dem Chor hat noch ein wenig gesungen – was für eine Akustik in der Kirche!



Ich habe versucht, anhand des Faltblattes, das mir zusammen mit dem Ticket ausgehändigt wurde, nachzuvollziehen, wo ich mich befand, aber das war recht mühsam. Es ist sehr leer in den Gebäuden und ich glaube, ich bin dem Rundgang nicht chronologisch gefolgt. Es war trotzdem schön.



Lass Dir Zeit

Entschleunigen, während man durch alte Gemäuer geht, geschieht praktisch von alleine. Bereits die Eichenallee vor dem Eingang zwingt einen förmlich zur inneren Einkehr. Wenn Du diese Allee nach dem Besuch wieder zurückgehst, dann gönn Dir doch noch ein wenig Zeit und gönn Dir eine Leckerei in dem Kiosque de l’Abbaye du Thoronet. Aber Achtung: nur Barzahlung! (In Thoronet, ca 5 km entfernt ist der nächste Geldautomat. Woher ich das wohl weiß…) Es gibt durchgehend warme Küche! Yeah! Allerdings weiß ich nicht mehr, wie lange geöffnet ist. Ich meine, nur bis 16 Uhr.

Wie immer bei Bistros schmeckt das Essen super. Wir hatten jeder einen Salat (ich habe sogar endlich mal wieder melon & jambon bekommen!) und anschließend noch ein Crêpe au Citron – für alles andere war es viel zu heiß. Aber es gibt auch warme Gerichte und Kuchen sowie Eisbecher. Sehr zu empfehlen!



Fazit

Mir gefällt die Ruhe und die Schlichtheit solcher Gebäude. Auch die Naturverbundenheit. Deswegen und wegen des Drumherums (der Wald! Das Bistrot!!) hat sich der Besuch für mich sehr gelohnt.

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