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Wenn Du noch nicht an der Côte d’Azur warst, dann liegt das vielleicht an der Sorge, dass ein solcher Aufenthalt zu teuer werden könnte. Immerhin ist die Côte d’Azur das El Dorado der High Society. Wer hier nicht alles eine Yacht, ein Anwesen oder ein Weingut hat! Wie sollst Du Dir das leisten können?

Lass mich Dir erklären, wie Du hier zurechtkommen kannst, ohne dass Dein finanzielles Polster schmerzhaft schrumpft oder Du Dich von einem Von-und-Zu adoptieren lassen musst. Die wichtigste Info vorab: außerhalb der Hauptsaison ist alles günstiger. Trotzdem kann man auch im Juli / August hier einen günstigen Urlaub verbringen. (Da ich Dir Affiliate-Links zur Verfügung stelle (Erklärung siehe rechts), will ich Dich jetzt schon mal darauf hinweisen, dass dieser Beitrag Werbung enthält.)

Die Anreise

Meine Lieblingskurve, dahinter liegen atemraubend schön die Berge und das Meer

Du kannst die üblichen Transportmittel benutzen: Auto, Zug, Flugzeug.


Auto

In Frankreich musst Du für die Benutzung der Autobahn eine Maut bezahlen. Das Autobahnnetz wird von 11 verschiedenen Betreibern bewirtschaftet, weswegen die Preise variieren. Im Schnitt bezahlt man pro Kilometer 9ct. Das hilft uns jetzt bloß herzlich wenig, nicht wahr? Hier ist ein Kostenrechner für französische Mautgebühren.

Aber Du musst ja auch in Italien, Österreich und der Schweiz bezahlen, sei es für die Autobahnnutzung, sei es für eine Vignette, die Durchfahrt durch Tunnel oder die Überfahrt über Pässe.

Deswegen mal eine Beispielrechnung: Dabei nehmen wir München als Ausgangspunkt und gehen von einem PKW aus (andere Klassen bedeuten andere Mautgebühren):

Schweiz – Liechtenstein – Italien – Frankreich = ca 85 € Gebühren. Österreich – Italien – Frankreich = ca 90 € Gebühren. (Quelle: viamichelin)

Diese 2. Strecke fahren wir immer und ich kann nur sagen: Ich mag sie nicht besonders. Diese ständigen Landschaftswechsel machen das Ganze ziemlich anstrengend. Anfangs haben wir ein paar Mal die Tour durch die Schweiz gemacht, weil es der kürzere Weg ist. Aber das auf und ab durch die Alpen hat uns abends etwas schwummerig und völlig k.o. zurückgelassen. Jetzt übernachten wir in Innsbruck, das ist zwar 100km weiter, dafür sind wir abends noch in der Lage, einen Fuß vor den anderen zu setzten. Der Abschnitt vom Gardasee nach Mailand braucht starke Nerven. Die LKW-Kolonnen schieben sich dort auf der rechten und mittleren Spur voran und man muss ordentlich ausgeschlafen sein, um den schlingernden Italienern auszuweichen. Die haben es nicht so mit dem Spurenhalten. Die Franzosen übrigens auch nicht, deswegen ist es schon mal eine gute Übung. Außerdem hast Du ja Urlaub und bist tiefenentspannt, nicht wahr?

Die Fahrt durch die Po-Ebene ist wahlweise laaang (bei Nebel) oder laaangweilig (ohne Nebel).

Meine Lieblingsstrecke ist im Westen. Grenzüberquerung bei Mülhausen und dann immer nach Süden bis Marseille. Diese Tour ist landschaftlich wunderschön, nach Besançon geht es auf der autoroutes du soleil durch das Tal der Saône. Allein der Name schon: Autobahn der Sonne! Und die Raststätten auf dieser Strecke sind ein wahres Entspannungsparadies. Es gibt Picknick-Plätze unter Pinien, Wasserspiele, Spielplätze, Liegewiesen mit Liegebänken und natürlich Restaurants und sogar ganze Supermärkte. Für uns bedeutet diese Route leider einen Umweg von bald 300 Kilometern. Zu schade. (Mautkosten Mulhouse – Cannes: ca. 70€)

Benzinkosten in Europa

Die Preise variieren stark. Am teuersten ist die Schweiz, gefolgt von Italien, dann Frankreich und Deutschland, Österreich ist am günstigsten. (Quelle: Clever Tanken, Differenz ca. 30ct/l) Wir bemühen uns immer, nicht in Italien tanken zu müssen, der Unterschied zwischen Frankreich und Deutschland ist nicht so gravierend.


Mit dem Zug

Bei der Preisrecherche habe ich jetzt fast die Nerven verloren! Ich habe hundert mal versucht, ein Datum im Juli einzugeben, um die Sommerpreise herauszufinden, aber immer nur Fehlermeldungen bekommen. Die Seite der Deutschen Bahn ist schlichtweg mies! Wo ich fündig geworden bin – und auch erfahren habe, wieso es immer eine Fehlermeldung gab – war auf der Seite der französischen Bahn SNCF. Man kann nämlich offenbar nur 3 Monate im Voraus planen. Hätte sie ja auch mal sagen können bei der Bahn.

Ich habe wieder München als Startpunkt genommen und Cannes als Ziel. Die Fahrt dauert gute 13 Stunden mit durchschnittlich 2 x Umsteigen und kostet zwischen 140 € (2. Klasse) & 180 € (1. Klasse) pro Person.


Mein Tipp:

Da der Zug eh über Paris fährt, kannst Du dort auch einen Zwischenstopp einlegen. Und von dort kannst Du mit dem Nachtzug nach Cannes fahren. Michael Dietz von „ReisenReisen der Podcast“ hat das gemacht und schwärmte derartig davon, dass ich direkt Lust bekommen habe, auch einmal mit dem Nachtzug nach Cannes zu fahren. Hör Dir den Beitrag doch einfach mal an.


Mit dem Flugzeug

Das ist auf jeden Fall die schnellste Möglichkeit, an die Côte d’Azur zu kommen: München – Nizza dauert 1,5 Stunden und kostet für Frühbucher im Juli um die 120 €. Gut, eine Sitzplatzreservierung kostet extra, ein Gepäckstück größer als Handgepäck auch, man muss noch zum Flughafen kommen und vom Flughafen auch wieder weg und dann muss man ja auch noch einen Baum pflanzen, Stichwort: ökologischer Fußabdruck. Der Klimaschutzbeitrag läge bei diesem Flug laut atmosfair bei 17 € und der CO2 Ausstoß entspräche einem Drittel des durchschnittlichen klimaverträglichen Jahresbudget eines Menschen. Sollte man vielleicht kurz bedenken, bevor man gedankenlos einen Flug bucht, oder?


Mit dem Bus (WINNER!!)

Definitiv die günstigste Art, nach Cannes zu fahren. Ich habe Hin- und Rückfahrt mit Flixbus für 63 € gefunden! (Sitzplatzreservierung und Extragepäck und Pipapo kommt dann noch drauf, wenn man denn will.) Und die Reisedauer ist mit 13 Stunden genauso lang wie der Zug. Gut, hier ist man etwas vom Verkehr abhängig, aber so ein Zug strandet ja auch mal gerne in irgendeinem Bahnhof und steht dann erstmal. Auch klimatechnisch ist das das Mittel der Wahl. Es gilt: Bahn besser als Flugzeug, aber Bus besser als Bahn. Einen Überblick über die eigene Energiebilanz liefert ein Energiesparkonto.


Die Unterkunft

Du kannst an der Côte d’Azur alle Arten von Unterkünfte haben, vom Zeltplatz bis zum 5 Sterne Plus Hotel. Aber uns geht es ja heute um Budget-Reisen. Deswegen habe ich für Dich die günstigen Möglichkeiten recherchiert. In einem anderen Artikel werde ich die Unterkunftsarten näher erläutern.

Motels, 3-Sterne-Hotels, B&B, Ferienappartements, Camping

Wenn Du zelten willst, solltest Du Dich auf jeden Fall rechtzeitig um einen Platz bemühen. Also vorausgesetzt, Du willst direkt am Meer sein. Im Landesinneren hast Du vielleicht auch als Spätbucher noch Glück. Ansonsten würde ich sagen, hängt die Unterkunft von Deiner Präferenz ab. Der Mann und ich übernachten am liebsten in Ferienwohnungen. Da haben der Hund und wir unsere Ruhe, müssen uns nicht nach Frühstückszeiten richten, begegnen fremden Menschen erst, wenn wir wach genug dafür sind und haben mehr Platz. Unser Hund schläft nämlich gerne in einem anderen Raum als wir. (Er war von heute auf morgen stubenrein und ist dann auch direkt am nächsten Abend aus dem Schlafzimmer ausgezogen, indem er seine Decke vor die Tür gezogen hat. Ich habe sie natürlich sofort zurückgeholt, woraufhin er sie wieder rausgezogen hat. Gut, das war ihm offenbar wichtig. Seitdem schläft er im anderen Raum. Ist für uns auch ruhiger, unser Hund ist kein leiser Schlafgenosse, da wird gefiept, gejault, geheult, geknurrt, geschmatzt, gekratzt, geputzt…)

Auf einem Platz direkt am Meer zahlst Du in der Hochsaison (Juli / August) ca 50 € pro Nacht für 2 Personen, ein Auto, ein Zelt und ohne Strom. Da ist es fast eine Option, ein Mobilhome anstelle des Zeltes zu nehmen. Oder gleich eine Ferienwohnung. Eine Seite für Campingplätze ist camping.info. Oder Du guckst auf maps.google.

Ansonsten würde ich mit ca 70 – 100 € pro Nacht rechnen. Wobei Du bei 100 € schon ein eigenes Häuschen bekommen kannst und nur wenige Meter vom Meer entfernt. Ja wirklich! Schau mal hier! Oder hier (das ist unseres).


Das Essen

coup de fourchette in theoule sur mer

Ich würde Dir dringend raten, den Großteil Deines Budgets für Essen bereitzustellen! Ganz ehrlich! Wie wir Deutschen unsere Nahrungsmittel ansehen, ist für den Rest Europas und insbesondere für Franzosen ungewöhnlich und befremdlich. Für die Franzosen ist das Essen das Wichtigste überhaupt und dafür geben sie viel Geld aus. Sie gehen gerne mit Freunden essen oder kochen zusammen. Und dabei sind sie nicht knickerig. Champagner, Austern, Fisch, Hummer, Krabben, Muscheln, Wein, Salami, Schinken, Käseplatte, Obstkorb, Törtchen und noch mehr Champagner – jedes Ma(h)l ein Fest! Dieses Thema heißt zwar Budget-Reise, aber dennoch möchte ich Dich darauf hinweisen, dass Du einiges verpasst, wenn Du nur zu Lidl und Aldi gehst und nur das kaufst, was Du kennst.

Ja, Lidl und Aldi gibt es hier auch. Die Preise sind günstig, aber nicht vergleichbar mit unseren Preisen. Vielleicht weißt Du es schon, aber wenn bei uns eine französische Salami 1,99€ kostet, dann bezahlen die Franzosen die Differenz, indem die Salami bei ihnen teurer ist. Die Produktion kostet immer dasselbe und die Kosten müssen ja irgendwie gedeckt werden. Entsprechend kosten die selben Lebensmittel in Frankreich etwas mehr.

Eine Liste von französischen Supermärkten

  • Auchan
  • supermarché
  • Hyper / Super U
  • E. Leclerc
  • Monoprix
  • (Géant )Casino
  • carrefour
  • intermarché

All diese Supermärkte haben teilweise gigantische Ausmaße und bieten dann von Autozubehör über Baumarkt und Elektro bis hin zu verpackungsfreien Lebensmitteln alles an, was man brauchen könnte. Es ist natürlich schön, alles unter einem Dach zu finden. Aber ein Besuch auf dem Regionalmarkt oder im Tante Emma Laden an der Ecke sollte trotzdem nicht entfallen. Chez Matze hat sich schon mal die Mühe gemacht, die Supermärkte näher zu beschreiben, guck doch mal bei ihm rein.


Mein Tipp:

Mein absoluter Lieblingsladen für Obst und Gemüse ist Grand Frais! Man bekommt nirgendwo eine frischere und vor allem umfassendere Auswahl an Obst, Gemüse, Käse und Fisch. Einen eigenen Fleischer haben sie auch.


Wenigstens einmal solltest Du unbedingt in einem Restaurant essen gehen. Mittags ist es günstiger als abends, ein 3-Gang Mittagsmenü gibt es schon für 15 – 20 €. Dazu darfst Du une caraffe d’eau bestellen, Leitungswasser. Das ist nicht unhöflich, Du kannst ja am Ende noch einen caffee trinken, das ist ein Espresso. (Hier habe ich die französische Kaffeekultur erklärt.) In Bistros ist es allgemein günstiger als in Restaurants, wenn Du zusätzlich noch die Touri-Hot-Spots meidest, hast Du Dein Geld hervorragend investiert. Schau mal hier, was Dich erwartet!


Fortbewegungsmittel vor Ort

  • Die Bahn hat besondere Angebot. Z.b. kostet eine Tageskarte 16 € für eine Person, jede weitere (bis zu 8) zahlt 10 €. Der Preis einer Wochenkarte hängt von der Anzahl der Stationen ab. Hier gibt es einen ausführlichen Artikel dazu.
  • Tageskarte für Bus & Tram in Nizza: 5 €, Wochenkarte: 15 €
  • Busanbieter für die gesamte Küste: lignes d’azur bringt Dich nahezu überall hin.
  • Blablacar – eine Mitfahrzentrale, wird nach Kilometer berechnet
  • Mietwagen

Der Spaß

Damit meine ich: ausgehen, Museumsbesuche, shoppen – etwas Besonderes machen, was einen immer an den Urlaub erinnern wird.

Im Sommer summt die Côte d’Azur abends. Wenn man entspannt den Tag in der Sonne und im Meer verbracht hat, dann will man in den lauen Nächten vor die Tür und etwas erleben. Und zum Schlafen ist es eh zu warm. Überall gibt es Feste, Open Air Veranstaltungen und Konzerte. Guck mal hier. Während der Filmfestspiele im Mai gibt es abends am Strand ein Open Air Kino mit Filmklassikern – Eintritt frei. Auch im Sommer gibt es am Strand ein Open Air Kino, wenn nicht gerade Party gemacht wird oder ein Festival stattfindet.

Museen gibt es an der Côte d’Azur wie Sand am Meer. Hier ist eine Liste. Im Schnitt kostet der Eintritt in ein Museum zwischen 10 und 15 Euro. Oder Du kaufst Dir den French Riviera Pass (24h – 26€ / 48h – 38 € / 72 h – 56 €) und kommst gratis in ALLE Museen sowie in diverse andere Veranstaltungen. So kannst Du z.b. eine GPS-Tour durch Nizza machen, an einer Weinverkostung teilnehmen, in ein Casino gehen, eine Bus- oder Segwaytour machen – alles gratis mit diesem Pass. (Für 12 € zusätzlich kannst Du in Verbindung mit dem Pass gratis Bus und Tram fahren.)

Shoppen – gut, das kostet immer Geld. Aber es gibt in Frankreich noch richtigen Sale, bei dem die Preise jede Woche um weitere 30% reduziert werden. Am Ende des Sales gibt es dann teilweise 70% auf Markenkleidung, Handtaschen, Schuhe… Sale ist natürlich immer nach der Saison. Der größte findet Anfang Januar statt. Das lohnt sich richtig.

Übrigens: völlig kostenlos kannst Du wandern z.b. den sentier littoral und die Natur geniessen, in tollen Badebuchten planschen und schnorcheln, einen Roadtrip entlang der malerischen Corniche d’Or unternehmen (gut, das kostet Sprit), ein Buch lesen (Bücher gegen Bücher tauschen kannst Du an vielen Stationen), Dich einfach mal ans Meer setzen und atmen, relaxen, entspannen.

Mein Tipp:

Geh auf den Markt, kauf Dir ein paar Leckereien, nimm Deine Decke und Dein Picknick mit an den Strand und guck Dir eins der städtischen Feuerwerke an. Im Juli und August finden Feuerwerkfestivals statt, bei denen verschiedene Länder gegeneinander antreten und ihre Shows zu Musik an den Nachthimmel projizieren. Die Termine findest Du hier.


Beispielrechnungen:

Na dann wollen wir mal rechnen.

Beispiel A: 1 Woche mit Busanreise, 2-Bett Zimmer im Hostel & Selbstverpflegung

  • An- & Abreise München – Cannes im Bus: 80€
  • Übernachtung im Hostel: 350 €
  • Verpflegung 2 Personen: 35 € / Tag = 245,-
  • Fortbewegungsmittel 2 Personen: Wochenkarte Zug ca. 40 € / Pers. = 80 €
  • „Spaßgeld“ (Eintritt, Cocktails, Eis, Essengehen…): 20 € / Pers. & Tag = 280 €
  • –> Gesamt: 1.115 €, also 557,50 € / Person

Beispiel B: 1 Woche Anreise im Auto, Mittelklassehotel mit Frühstück, Verpflegung Supermarkt & Restaurants

  • An- & Abreise München – Cannes im Auto: ca 200 € inkl Maut, Benzin und Pausensnacks.
  • 3-Sterne Hotel mit Frühstück: ca 500 €
  • Verpflegung 2 Personen: 60 € / Tag = 420 €
  • Benzinkosten vor Ort (abhängig von Deiner Unternehmungsfreude), sagen wir mal 700 Kilometer: ca 80 €
  • „Spaßgeld“: 30 € / Pers. & Tag = 420 €
  • –> Gesamt: 1.620 €, also 810,- / Person

Fazit:

Ich hoffe, Du hast ein wenig den Respekt vor der „kostenintensiven“ Côte d’Azur verloren und wirst das Abenteuer wagen, hier Deinen Urlaub zu verbringen. Es lohnt sich! Glaub‘ mir.

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