traumhafte Bougainvillea

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Corona geht in die 3. Verlängerung und mittlerweile verzagt wohl auch der Geduldigste und Verständnisvollste unter uns. Vor allem, da der Frühling vor der Tür steht! Wir haben Hummeln, wollen raus, etwas erleben, Urlaub machen, uns erholen – die Côte d’Azur sehen…
Also habe ich mich gefragt: wie können wir uns an unsere Herzensgegend träumen, auch wenn wir nicht persönlich hinfahren können? Was kann ich Dir hier bieten, was Dich jetzt im Frühling mit der Côte d’Azur verbindet?
Ich glaube, mir ist etwas Tolles eingefallen: ich erkläre Dir, wie Du einen Trockengarten anlegen kannst mit – tada: Pflanzen, die Du von der Côte d’Azur kennst!
Na? Wie findest Du das?

Da es einiges zu beachten und bedenken gibt, fangen wir heute mal an und arbeiten uns bis zu der Bedeckung des Bodens vor. Nächstes Mal beschäftigen wir uns dann mit dem Kräuterbeet und dann kommt noch die Pflanzenauswahl für Solitärpflanzen und eventuell eine Hecke. Und falls Du einen Balkon Dein eigen nennst, keine Sorge: Den bepflanzen wir später auch wie an der Côte d’Azur. Viel Spaß!

Ein trockenresistenter Garten nach südfranzösischem Vorbild!

Jetzt fragst Du Dich vielleicht, wann ich auch noch zum Gartenexperten geworden bin, oder?
Wenn Du schon ein paar meiner Artikel gelesen hast, dann weißt Du vielleicht, dass wir eine kleine Wohnung in Theoule sur Mer haben, einem Dorf westlich von Cannes bzw. Mandelieu-la-Napoule. Was Du aber wahrscheinlich noch nicht weißt ist, dass wir auch einen kleinen Garten vor unserer Wohnung haben. Er ist mit 75 qm gut doppelt so groß wie die Wohnung und mein ganzer Stolz.

Da wir nicht ganzjährig aber vor allem nie im Hochsommer da sind, haben wir unseren Süd-Garten zu einem trockenresistenten Garten umgebaut, der ohne Wasser und mit minimaler Pflege auskommt. Denn eine automatische Bewässerung für einen Garten, der nicht genutzt wird und in einer Gegend liegt, die mit Wasserknappheit zu kämpfen hat, finde ich nicht richtig. Also habe ich diverse Spezialbücher über Trockengärten gelesen, mich mit Pflanzen beschäftigt und viel recherchiert.
Es ist so unglaublich einfach, solche Art von Gärten anzulegen, dass es mir ein absolutes Rätsel ist, warum es an der Côte d’Azur so viele Gärten mit englischem Rasen und unterirdischer Bewässerung gibt! Das ist schlicht unnötig!

Und da auch bei uns die Sommer immer heißer werden und das Wasser knapper und da ich mit meinem Konzept im Zu-Hause-II schon erfolgreich war, möchte ich mein Wissen mit Dir teilen. Bestimmt gibt es auch in Deinem Garten einen Teil, der in praller Sonne liegt, wo Du ein kleines südfranzösisches Paradies anlegen kannst und gleich noch Wasser sparst.

Los geht’s mit: was ist ein Trockengarten?

Gemeinhin nennt man einen Garten mit trockenem Boden und in Südausrichtung einen Trockengarten. Allerdings ist auch ein Garten mit Steinbeeten ein Trockengarten. Bei dem einen bringt das Gießen nichts, den anderen muss man nicht gießen.

Und dann gibt es noch trockenresistente Gärten.

Und damit befassen wir beide uns. Hierbei geht es darum, Pflanzen auszuwählen, die wunderbar ohne Gießen auskommen. Entweder, weil sie viel Flüssigkeit speichern können (wie z.b. Sukkulenten) oder weil ihnen Tau und Kondenswasser ausreichen oder ihr Bedarf schlichtweg nicht so hoch ist.

Als allererstes haben wir unseren Garten damals in mehrere Zonen eingeteilt. Wobei das jetzt etwas hochgestochen klingt, denn eigentlich haben die sich von selber ergeben.
Der Garten war leicht abschüssig, also haben wir eine kleine Stufe eingebaut und so beide Bereiche begradigt. Wir haben einen Weg angelegt, um an unsere Aufbewahrungskiste zu kommen, einen Bereich für Kräuter und einen kleinen Steingarten, weil wir einen Haufen Steine hatten und nicht wussten, wohin damit. Bei der neuen Terrasse haben wir am Rand Platz gelassen, um dort Lavendel pflanzen zu können. An einer Seite vom Garten lebte schon eine Hecke, die durfte natürlich bleiben und hinter dem Zaun stehen verschiedene Sorten Mimosenbäume.

Ich würde Dir auch raten, Bereiche anzulegen. Zum einen hast Du schneller Erfolgserlebnisse, weil Du in kürzerer Zeit einen Abschnitt fertig machen kannst, zum anderen macht es den Garten behaglich und wohnlich.
Sieh Dir an, was Dein Garten braucht oder Dir vorschlägt. Hat er z.b einen schattigen Bereich, dann stelle dort eine Sitzgelegenheit hin, weil es dort etwas kühler ist – perfekt für die Mittagshitze. (Verteile überhaupt mehrere Sitzgelegenheiten. Ich wandere dauernd mit meiner Liege dem Schatten hinterher…)
Der Bereich, der den ganzen Tag Sonne bekommt, eignet sich prima für Kräuter.
Gibt es eine Mauer oder Fassade, die die Wärme für nachts speichert? Super Plätzchen für windempfindliche Pflänzlein.
Fegt ab und an mal eine steife Brise durch den Garten oder ist er geschützt? Gibt es einen ureingesessenen Bewohner wie z.b. einen alten Baum? Der hat natürlich ältere Rechte und gibt die Bepflanzung vor.
Hast Du Kinder oder Haustiere, die einen Flecken für sich beanspruchen wollen? Unser Hund wälzt sich mit Vorliebe über Rasen – so was solltest Du beachten.

Wenn Du so durch Deinen Südgarten(bereich) gegangen bist, dann mach als nächstes eine Bestandsaufnahme. Was hast Du noch rumliegen, was ist an einer Stelle vakant? Hast Du vielleicht auch einen Haufen Steine oder altes Holz? Nutze sie als Beeteinfassung. Oder einen Berg kleinerer Steine? Damit kannst Du den Boden vor dem Austrocknen schützen. Verkümmert an einer Stelle in Deinem Garten eine Pflanze, weil sie zu feucht steht? Setz sie um. Vielleicht haben auch Nachbarn oder Freunde Pflanzen, die sich bei ihnen nicht wohlfühlen und zu Dir umziehen können. Guck erstmal, was da ist, bevor Du neu kaufst.

Und lege Sammlungen an! Sammle Bilder, Websiten, Informationen z.b. bei Pinterest, als Screenshot auf dem Rechner oder / und aus Zeitschriften. Das hilft ungemein dabei, herauszufinden, was Du eigentlich unbedingt haben willst, was Du nur bei anderen schön findest und worum es Dir im Kern geht.

Gut, jetzt kennst Du Deinen Garten!

Dann kommt jetzt erst einmal die körperliche Arbeit: Umgraben, Rausreißen, Steine schleppen, begradigen, anlegen… Wenn Du viel verändern musstest, dann lass den Garten erstmal ein oder zwei Wochen ruhen, damit sich die Erde wieder setzen kann. Und währenddessen:

Lass uns Pflanzen aussuchen!!!

Bevor wir damals angefangen haben, richtig tief ins Thema trockenresistente Gärten einzutauchen, waren wir sicher, wir müssen den ganzen Garten mit Kies aufschütten lassen. Dazwischen pflanzen wir dann ein paar Kräuter – das war’s. (Kannst Du gut auf meinem Model weiter oben sehen.)
Mitnichten! Heute haben wir ein Paradies für alle möglichen Insekten, wir haben Bodendecker, Rosen, Jasmin, Lavendel und 3 absolut traumhafte Prachtkerzen direkt vor der Terrasse. Da summt es den ganzen Tag drin! Ich bin stolz darauf, ein Insektenparadies geschaffen zu haben, das sich selbst überlassen bleiben kann.

Mein Grundsatz bei der Gartenarbeit ist immer: Was mit meiner Art nicht zurechtkommt, muss gehen.

Manchmal ist das traurig (z.b. bei meinem geliebten Zitronenbäumchen, das nur eine Saison bei uns ausgehalten hat.) aber meist fahre ich ganz gut mit dem Motto.

(Übrigens: Die Pflanzen, die ich Dir hier vorschlage, sind winterhart. Aber guck trotzdem ein bisschen nach Deiner Region. Wenn Du in den Alpen wohnst, ist winterhart etwas anderes als an der Ostsee. Die Pflanzen sollen ja eine Chance haben.)

Trockenresistente Bodendecker

Vergiß die Vorstellung, dass Du Deinen Südgarten mit Kies oder Mulch aufschütten musst. Es geht auch bunt. (Mit Kies oder Mulch kannst Du aber z.b. Wege oder Sitzecken anlegen.)

Überlege Dir zuerst, ob der Bodendecker viel betreten wird oder gar nicht.

Rasenersatz:

Lippia*:
Wir haben 3/4 der Gartens mit Lippia* bepflanzt. Die kleinen weißen Blümchen sehen aus wie Kleeblümchen und trotzdem kann man darauf Fußball spielen (bzw. der Hund sich darauf wälzen). Außerdem blüht Lippia von Mai bis Oktober und wächst praktisch überall: in der Sonne, im Halbschatten & Schatten. (In der Sonne natürlich schneller als im Schatten, klar oder?) Was uns überrascht hat: die Pflanzen bilden lange Arme, deren Verästelungen immer wieder neue Wurzeln bilden. Anfangs habe ich sie abgeschnitten, um eher dichte Mutterpflanzen zu bekommen. Wichtig ist: Du brauchst einen Schutz zum Nachbarn oder angrenzenden Bereichen, sonst wächst dort auch bald Lippia*. Das ist wirklich eine tolle Pflanze, die innerhalb von 2 Jahren den Boden komplett bedeckt hat.
Übrigens gibt es Lippia auch mit rosa Blüten*.

Bodendecker, der nicht betreten wird:

Diese Auswahl ist riesig! Ich stelle Dir nur die vor, die auch an der Côte d’Azur überleben würden, bzw. die ich genommen habe. Allerdings habe ich sie in die Beete gepflanzt, bzw. dorthin, wo der Hund sich nicht mit Vorliebe mehrmals am Tag wälzt.
Da wäre zum einen der Bodendecker-Thymian. Ein Traum in rot ist dieser hier*.
Zitronenthymian* blüht dezenter, ist aber trotzdem ein Bienenmagnet. Thymian gibt es auch noch in weiß und / oder rosa* – es ist wirklich für jeden Geschmack ein Thymian gewachsen.

Erstaunt war ich über den Bodendecker Phlox! Der kleine wird gerade mal 10 cm hoch (wie auch der Thymian), blüht und zieht Insekten an, was das Zeug hält. Schau mal z.b. hier*, ich habe diesen hier* gepflanzt. 
Phlox wächst deutlich langsamer als Lippia, weswegen ich immer mal wieder für Freiraum sorgen musste. Aber wenn er anfängt zu blühen und der Boden plötzlich rosa wird – ein Traum!

Auch schön ist die lilablühende Glockenblume*. Sie wächst schnell und dicht und blüht zeitig im Frühjahr. (Leider habe ich sie an eine der Wälz-Lieblingsstellen vom Hund gepflanzt und er hat sie plattgemacht – im wahrsten Sinn…)

Sukkulenten als Bodendecker

Ein weiterer Bodendecker, der an der Côte d’Azur überall vorkommt, ist Lampranthus, auch Mittagsblume genannt. Mit deutschen Wintern kommt sie allerdings nicht so gut zurecht. Du kannst die Pflanze vom Beet abheben und im Haus überwintern und sie dann im Frühjahr mit Hilfe von Stecklingen neu aussäen. Aber das ist eventuell ein bisschen aufwendig.

Ich habe noch ein paar andere Sukkulenten ausprobiert, zum Beispiel Sedum*. Das eignet sich gut für Steingärten und Steinzwischenräume. Allerdings habe ich es leider an die falsche Stelle gesetzt und es konnte nicht seine volle Kraft entwickeln.

So, das reicht mal für heute, oder? Der Anfang ist gemacht, jetzt muss Du viel nachdenken und planen. Nächstes Mal geht es mit Kräutern weiter. Ich freu mich schon!

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