Vom Garten kann man die ganze Küste bewundern

Die Côte d’Azur besteht nicht nur aus Küstenstädten und Stränden, an denen man wie die Ölsardinen liegt. Wenn Du hier bei mir schon ein paar Sachen gelesen hast, dann weißt Du, dass ich es mir zur Aufgabe gemacht habe, Dir Gegenden fernab der Touristenströme zu zeigen, wo Du Einheimische und Traditionen kennenlernen kannst.

Aber keine Regel ohne Ausnahmen. Und die machen wir heute. Denn heute will ich Dich dazu ermuntern, Èze zu besuchen. Ja, trotz der Reisebusse voller Asiaten, die in Trauben durch den Ort ziehen und sich wie die Schneekönige freuen, sobald sie den Hund sehen.

Èze ist ein wunderschönes village perché mit dem unschätzbaren Vorteil, dass zu seinen Füßen das türkis-blau schimmernde Mittelmeer liegt. Wenn man am höchsten Punkt des Dorfes steht, hat man eine phänomenale Aussicht auf das Meer! (Falls Du Dich fragst, was ein village perché ist, kannst Du das hier oder hier nachlesen.)

Die Anfahrt

Bereits die Hinfahrt ist etwas ganz besonders. Die Serpentinen der Moyenne Corniche schrauben sich den Berg hoch, die Franzosen machen einen auf Rennfahrer Bübele und einem selber bleibt ab und an mal der Mund offen stehen, weil die Landschaft einfach soooo schöööön ist…

Mein Tipp:

Nimm Dir ein Picknick mit und setz Dich auf eine der Bänke an dem kleinen Aussichtspunkt kurz vor dem Ort. Du findest diesen Park an der Moyenne Corniche aus Richtung Nizza kommend rechts vor dem letzten Tunnel, bevor Du über den Viadukt nach Èze gelangst.

von Èze-sur-Mer nach Èze

Die Sportlichen unter uns können auch vom Meer hier hoch wandern. Ich habe es noch nicht ausprobiert. Der Weg ist etwas über 2 km lang, steigt auf 400 m an und heißt sentier Nietzsche bzw. chemin de Nietzsche. Nietzsche war 1883/1884 für ein paar Monate in Nizza. Er brauchte Bewegung, um kreativ zu werden, weswegen er viele Spaziergänge unternahm. Der dritte Teil von “Also sprach Zarathustra” entstand hier.

Gut, aber jetzt gehen wir endlich mal ins Dorf rein.

Du wirst schnell merken, dass die Gässchen sich immer weiter nach oben schrauben. Gesäumt werden sie von hübschen Wohnhäuser aus Stein. Versuche, auch mal von dem Hauptweg abzubiegen. Sonst läufst Du zum Beispiel an der Église Notre-Dame-de-l’Assomption d’Èze vorbei und das wäre wirklich schade. Sie wurde 1779 geweiht und im neoklassizistischen Stil erbaut. Das Innere ist Gold und Marmor, aber mir hat besonders der Kirchplatz davor gefallen. Die Bäume bieten schönen Schatten an heißen Tagen und die Aussicht auf das Meer und die umliegenden Berge ist einfach toll. Die leicht im Wind wehenden Flaggen von Europa und Frankreich runden das Bild perfekt ab.

Weiter nach oben

Durch Èze sollte man gemütlich durchbummeln. Vielleicht magst Du die Handwerkskunst oder verlierst Dich so wie ich gerne bei Seifen und ätherischen Ölen. In Èze kann man das wunderbar. Auch schöne Mitbringsel findet man hier, es gibt einige Handwerker und Künstler, die ihre Waren anbieten.

Aber einkehren solltest Du auch. Ganz oben befinden sich drei oder mehr Bistros – ich bin mir nicht ganz sicher, wie viele es wirklich sind. Ich merke eigentlich auch nie genau, wo eins anfängt und das andere aufhört…

Das Beste zum Schluß

Wie so oft gibt es am Ende noch ein echtes Highlight, mit dem man nicht mehr gerechnet hätte.

Kennst Du das? Man denkt, man hat alles gesehen und ist schon ganz müde und dann stolpert man plötzlich doch noch über etwas, das sich als unvergesslich entpuppt?

In diesem Fall ist das der Jardin Exotique.

Der Eingang wirkt ziemlich unscheinbar und 6 Euro Eintritt pro Person ist auch nicht nichts. Weswegen wir bei den ersten Besuchen immer weitergegangen sind. Hochmütig wie wir waren, dachten wir, dass der Garten nichts Dolles sein kann und klein sein muss, wenn er hier oben auf dem Berg klebt und nur so ein kleines Drehkreuz hat. Was lagen wir doch falsch!

Die Fläche ist riesengroß, die Wege schlängeln sich noch weiter den Berg hinauf und drumherum. Es gibt steinalte Sukkulenten zu bewundern, Blumen, einen Wasserfall und vor allem: das Meer! So schön und groß sieht man es nicht oft! Also mach nichts denselben Fehler wie wir und plane den Besuch des Gartens mit ein.

Sind Dir übrigens die Figuren aufgefallen, die hier überall stehen? Auf dem letzten Foto siehst Du eine von ihnen. Das sind Skulpturen des provençialischen Künstlers Jean Philippe Richard. Hübsch, oder?


Erzähl mal, was hast Du in Èze erlebt?

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