Der Hafen

Im ersten Teil habe ich ein bisschen über Begrüßung & Anrede erzählt, im zweiten Teil über Verhalten im Restaurant und im Straßenverkehr (ich sage nur Kreisverkehr!). Heute folgt alles, was noch offen ist.

Transport und Verkehr

Mit dem Auto

Auch wenn man leicht den Eindruck gewinnen kann, dass man es in Frankreich mit Verkehrsregeln nicht so genau nimmt, so sollte man sich doch peinlich genau daran halten. Dies gilt vor allem für Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Landstraßen und Autobahnen. Die französische Gendarmerie steht gleich am Straßenrand und kassiert bei Verstößen jeglicher Art eine beträchtliche Summe. Und dies nicht, wie gern unterstellt wird, nur bei Touristen, sondern von allen. Gelb markierte Bordsteine zeigen Parkverbot an, zusätzliche Schilder sucht man meist vergeblich.

Im Zug

Wer mit dem TGV reist, benötigt eine Sitzplatzreservierung. Ohne wird man nicht mitgenommen. Aber normalerweise wird die gleich zusammen mit der Fahrkarte verkauft. Einige TGV-Wagen sind zweistöckig, wenn Du Deinen Platz suchst, musst Du also gucken, ob Du oben oder unten sitzt. Die Türen des TGV schließen 2 Minuten VOR der Abfahrtszeit und gehen dann auch nicht mehr auf. Sei also mindestens 5 Minuten vor Abfahrt am Bahnsteig und schau Dir vorher an, wo Du Deinen Wagen findest, damit Du nicht erst den ganzen Bahnsteig entlang rennen musst. Aber Hauptsache, Du bist überhaupt rechtzeitig da. Die Fahrkarten müssen vor dem Einsteigen entwertet werden (außer Online-Tickets). Dafür gibt es am Anfang der Bahnsteige gelb-orange Entwerter. Alle Deine Gepäckstücke müssen einen Adressanhängern haben, sonst werden sie vom Bahnpersonal konfisziert. Im Gegensatz zu den deutschen ICE-Zügen gibt es im TGV keine Kofferablage über den Sitzen. Da ist nur Platz für kleine Taschen, Jacken o.Ä. Die Gepäckablagen befinden sich jeweils am Anfang, in der Mitte und am Ende eines Abteils.

In der Metro

Man steht. Ist ja auch klar, wenn Rushhour ist, werden die, die sitzen, komisch angeguckt. Außerhalb der Rushhour kannst Du Dich aber schon auf die Klappsitze setzen. Das merkst Du selber, ob es geht oder nicht. Und pass auf Deine Wertsachen auf. Wie immer im Gedränge und wie in jeder Stadt weltweit.

Im Bus

Wenn Du an einer Haltestelle stehst und in den ankommenden Bus steigen willst, mach ein Handzeichen, damit er anhält. Sonst fährt er einfach vorbei. Normalerweise kannst Du Einzelfahrscheine entweder beim Fahrer oder am Fahrschein-Automaten kaufen. Der Automat befindet sich meistens in der Mitte vom Bus. Die Tickets musst Du dann sofort entwerten. Zum Aussteigen drückst Du den Knopf und gehst am Besten schon mal Richtung Ausgang. Manchmal fahren die Fahrer weiter, wenn keiner aufsteht. Beobachte am Besten wie die anderen es machen.

Im Taxi

Wie überall sonst auch sitzt man nicht auf dem Beifahrersitz (außer Du reist mit einer Gruppe), sondern hinten. Ein Trinkgeld ist üblich, dabei reicht es aber, den Betrag etwas aufzurunden.

Als Fußgänger

Ah! Das ist spannend. Zebrastreifen oder überhaupt das Überqueren der Fahrbahn funktioniert in Südfrankreich etwas waghalsig. Nur weil Du am Straßenrand stehst – egal ob Zebrastreifen oder nicht – hält deswegen niemand an. Allerdings legt jeder wenn nötig eine Vollbremsung hin, sobald Du einen Fuß auf die Fahrbahn setzt. Wenn Du also die Straße überqueren willst, stell einen Fuß auf die Fahrbahn und warte kurz, ob auch wirklich alle halten, bevor Du losläufst.

FKK

Oben ohne ist zwar an den meisten französischen Stränden erlaubt, allerdings nicht unbedingt gern gesehen. (Auf Korsika gibt es sogar eine Geldbuße.) FKK hingegen ist nur an extra ausgewiesenen Stränden erlaubt, worüber Schilder informieren.
Falls Du in eine Saune gehen möchtest, dann nimm Badekleidung mit. In den meisten Fällen geht man nicht nackt in die Sauna.

Öffnungszeiten

Die meisten Museen sind montags geschlossen. Und wenn nicht Montag, dann an einem anderen Tag. (Selbst der Louvre hat dienstags geschlossen.) Auch viele Geschäfte, Restaurants oder Banken haben montags geschlossen. Mittwoch Nachmittag haben Ämter, Ärzte, Schulen usw. zu.
Und dann darfst Du die Mittagspause nicht außer acht lassen. Zwischen 12 und 14 Uhr geht in Frankreich nichts. Die großen Supermärkte haben offen, aber mit wenig Personal. Kleinere Geschäfte in den Einkaufszentren haben zu, ebenso viele Shoppingläden. Die großen Ketten meistens nicht. Aber sei einfach darauf vorbereitet, dass von 12-14 Uhr Mittag gegessen wird – und mach das auch, denn nach 14 Uhr schließen die meisten Restaurants und machen erst abends ab 19:30 / 20 Uhr wieder auf.


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Josiah Farrow / unsplash

Ich hab da mal ’ne Frage:

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Der Umgang miteinander

Höflichkeit

Die Franzosen sind sehr höflich. Wenn Du in ein Geschäft oder Restaurant gehst, wirst Du begrüßt- Grüß einfach zurück! Zum Beispiel mit „Bonjour“. Wenn Du gehst, sagst Du „Au revoir“.
Wenn Du jemanden etwas fragen willst, z.b. im Supermarkt oder nach dem Weg, dann sagst Du „Excusez-moi“, bevor Du Deine Frage stellst. Sowie entschuldigen sich die Franzosen dauernd. Wenn Du z.b. im Supermarkt vor dem Regal stehst, wo jemand ran will oder generell im Weg bist, sagt er „Excusez-moi“. Das wirst Du merken. Der Umgang ist sehr höflich.

Und wie ist das nun mit den „Bises“? In Frankreich gibt es zur Begrüßung Wangenküsschen. Meist werden sie über die Schulter des Gegenübers in die Luft gehaucht, man berührt sich nur ganz leicht an der Wange. Mir ist aufgefallen, dass besonders kleine Frauen dabei einen an der Schulter festhalten. Aber eigentlich ist diese Begrüßung recht kontaktarm und überhaupt nicht feucht. Je nach Region variiert die Anzahl der Küsse übrigens. An der Côte d’Azur sind es meistens 2.
Kleiner Tipp von mir: Sei dabei nicht hektisch, sondern lass Dich „führen“. Dann merkst Du schnell, wieviele Küsse Dein Gegenüber erwartet.
Ach und noch etwas: Man fängt mit der linken Wange an! Aber auch das merkst Du, wenn Du die Führung abgibst.

Sie oder Du

Eigentlich ist das wie bei uns: Fremde werden gesiezt, Freunde geduzt. Und dann kommt es auf die Position bzw. die Abhängigkeit an. Einen gleichaltrigen Arzt, Apotheker oder Kellner siezt man eher, einen Surflehrer oder Tourguide würdest Du wahrscheinlich duzen können. Auch hier wieder: warte ab, wie Dein Gegenüber sich verhält und mach es einfach genauso.

Die französische Sprache

Die Franzosen sind stolz auf ihr Land und auf ihre Sprache. Auch wenn an der Côte d’Azur fast jeder wenigstens ein paar Brocken Englisch spricht, ist es ein Zeichen des Respekts, wenn Du ein paar Worte auf Französisch kannst. Und sei es nur Guten Tag, Auf Wiedersehen, Vielen Dank und „Ich spreche leider kein Französisch“. Auch die Frage, ob Dein Gegenüber Englisch spricht, könntest Du auf Französisch lernen oder zumindest als Text zeigen.

Übrigens: Vorsicht bei französisch klingenden Worten, die Du vom Deutschen kennst. Sie haben oft eine andere Bedeutung.

Pünktlichkeit

Die Pünktlichkeit wird an der Côte d’Azur etwas freier gehandhabt als wir das gewohnt sind. Wenn ein Restaurant um 19:30 Uhr aufmacht, sind die Betreiber ziemlich erstaunt, wenn wir um 19:30 Uhr davor stehen. Wenn Du telefonisch reserviert hast, bist Du mit ziemlicher Sicherheit alleine im Restaurant. Aber immerhin wußte der Koch dann, dass Du kommst und ist vorbereitet.
Auch bei Veranstaltungen ist die angegebene Uhrzeit mehr als Vorschlag zu verstehen. Ich habe noch keine richtige Regel feststellen können. Vielleicht so: Wenn Markt bis 13 Uhr ist, dann ist um 13 Uhr niemand mehr da, da wird nicht erst angefangen, einzuräumen.
Ich würde immer zusehen, dass ich im ersten Drittel des angegebenen Zeitfensters bei einer Veranstaltung auftauche. Sagen wir, ein Trödelmarkt soll am Sonntag zwischen 8 und 14 Uhr stattfinden. Dann würde ich gucken, dass ich gegen elf da bin. Es ist davon auszugehen, dass zwischen 12 und 13 Uhr Mittagspause ist und wenn an dem Tag nicht viel los ist, dann ist gegen Mittag niemand mehr da. Wenn schlechtes Wetter sein sollte, brauchst Du gar nicht erst hinzufahren.

Bezahlen

In Frankreich wird fast überall mit Kreditkarte bezahlt, z.B. in Restaurants, Supermärkten und selbst an Park- und Fahrscheinautomaten. Allerdings muss die Kreditkarte einen Chip und Pin haben, sonst funktioniert das – vor allem bei Tankautomaten – nicht. Meistens geht die EC-Karte auch. Fast überall steht am Eingang ein Schild, dass über die akzeptierten Bezahlmethoden informiert. Ansonsten frag einfach. Schecks werden übrigens auch genommen.

Bezahlen an Tankstellen

An vielen Tankstellen gibt es Selfservice. Nachts ist das ziemlich praktisch. Bei den meisten funktioniert das so: Du steckst Deine Karte in den Automaten an der Zapfsäule und wirst durch das Menü geleitet. Du kannst in den meisten Fällen auch die Sprache ändern. Nachdem Du Deine PIN und die Benzinart eingegeben hast, wird Dir die Höchstsumme angezeigt, für die Du tanken kannst (meist 100€), Deine Karte kommt wieder raus und Du kannst tanken. Wenn Du fertig bist, wartest Du kurz, bis der Automat die Quittung ausspuckt und fährst weiter. Wenn man es einmal probiert hat, ist es wunderbar zeitsparend und einfach, aber versuche, das erste Mal nicht in der Rushhour zu haben.

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