badebuchten an der corniche d'or

Es geht weiter mit der Serie über die Badebuchten an der Corniche d’Or.

Die Corniche d’Or ist die Küstenstraße zwischen Mandelieu-la-Napoule im Osten und Fréjus im Westen. Manche sprechen sogar von der schönsten Küstenstraße der Welt. Definitiv ist sie eine der schönsten Straßen und am Massif de L’Estérel entlangzufahren, gehört auf jeden Fall zu den Dingen, die man unbedingt gemacht haben sollte. Und entlang dieser Strecke gibt es viele Badebuchten, womit wir wieder beim Thema wären:

Calanque d’Aurelle – Teil 4 der Serie über Badebuchten an der Corniche d’Or

43°27’47.4″N 6°55’19.9″E

In Teil 1 habe ich Dir die Calanque de Maubois vorgestellt und ein bisschen etwas zu den vielen kleinen Buchten erzählt. Teil 2 erzählt Dir von der Calanque St. Barthélémy. Teil 3 befasste sich mit der “namenlosen” Calanque, die aber trotzdem schön ist.

Jetzt geht es weiter mit der Calanque d’Aurelle. Sie liegt in Le Trayas und es gibt zwei schön geräumige Parkplätze an der Corniche d’Or. Einer sieht eher aus, als würde er zu einer Wohnanlage gehören und der andere wie eine Fehlkonstruktion beim Straßenbau. Außerdem gibt es zwei “Zugänge”. Wenn Du auf dem Parkplatz bei der Wohnanlage stehst, siehst Du schräg gegenüber eine große Hecke und ein Schild: Passage public à la mer = öffentlicher Weg zum Meer. Da gehst Du lang – auch wenn es erst so aussieht, als wenn Du gleich bei jemanden im Garten stehst.



Beim zweiten Parkplatz gegenüber gibt es das typische Schild mit dem Mülleimer daneben, das auf eine Badebucht hindeutet:



Wir nehmen mal den Weg an der Hecke entlang – ich mag ihn lieber, weil ich besser sehe, was der Hund macht. Bei den Treppen habe ich immer Angst, dass er schon bei irgendwem auf der Decke sitzt, bis ich unten bin. Dann erwarte ich den ganzen Abstieg über Geschrei und das ist mir zu anstrengend. Wenn Du jetzt denkst, ich könnte ihn auch einfach an die Leine nehmen, hast Du natürlich recht. Aber gönn’ uns die Freiheit.

Wenn Du den Weg gegangen bist, stehst Du wider Erwarten nicht in irgendeiner Garage, sondern hier:



Hübsch, ne?

Links siehst Du bei klarem Wetter Cannes und die vorgelagerten Inseln und rechts das Massif de l’Esterel. Du kannst jetzt einfach mal loslaufen und erkunden, wo Du ins Wasser hüpfen möchtest. Wenn Du Dich nach links wendest, geht es eine kleine Treppe runter und dann kannst Du hier baden:



Toll oder?

Ich hoffe, Du hast an Deine Badeschuhe gedacht.

Ich hatte hier mal eine sehr amüsant-gruselige Begegnung. Wenn Du die nicht lesen willst, überspring den Absatz einfach. Jedenfalls war ich zum ersten Mal schnorcheln und alles war ein wenig ungewohnt und auch etwas beängstigend – mir war vorher gar nicht klar, dass der Boden unter mir so dermaßen weit weg ist und da unten so viel los ist. Ich schnorchel also fröhlich von mich hin und freue mich über die Handvoll kleiner silberner Fische, die vor mir aufgetaucht ist, guck hoch, um dem Mann zu erzählen, dass vor mir ein paar Fischlis sind und mache schnell den Kopf wieder unter Wasser – die sehen nämlich wirklich hübsch aus. Mittlerweile sind es schon um die Fünfzig – lustig! Wieder hochgeguckt, um dem Mann von der rasanten Vermehrung zu berichten. Beim nächsten Mal unter Wasser waren es hunderte. Und sie haben einen Kreis um mich gebildet und mich genauso angestarrt wie ich sie. Da hab ich es ein bisschen mit der Angst zu tun bekommen. Ich hatte keine Erfahrung damit, wie weit die Distanzen durch die Schnorchelbrille unter Wasser sind und hab dann meinen Mut zusammengenommen und bin direkt losgeschwommen. Deren Angst war genauso groß wie meine und sie haben mir Platz gemacht, lange bevor ich auch nur einen berührt hätte. Ein Erlebnis, dass ich wahrscheinlich nie wieder vergesse.

So, genug Anekdoten. Um den Felsen direkt vor der Treppe kannst Du rumschwimmen, wenn Du willst.

Wenn Du nach rechts gehst, kommst Du hier raus:



Das sieht ungastlich und extrem wild aus, aber wenn man mal näher rangeht, findet man auch ein paar Fleckchen, wo man prima sein Lager aufstellen kann. Der Abstieg ist ein wenig mühsam, aber je weiter Du auf dem Weg entlanggehst, desto leichter kannst Du herunterklettern.

Vorne, auf dem am weitesten vorgelagerten Felsen findet man noch die deutschen Überbleibsel aus dem zweiten Weltkrieg. Sie haben hier ein paar Gänge gemauert, um sich verstecken zu können.

Und man kommt wirklich erstaunlich gut ins Wasser rein, obwohl es zuerst nicht danach aussieht, guck:



Und wenn Du auf dem Pfad noch ein wenig weiter gehst, kommst Du hier raus:



Sei nicht enttäuscht: es ist ein Steinstrand. Aber die Unterwasserlandschaft sieht toll aus, oder?



Dann wünsche ich Dir schönes Planschen. Kennst Du eine Badebucht, die hier noch fehlt? Lass es mich wissen.

teile diesen Beitrag oder gib ihm ein ❤️
x gefallen