Massif de l'Estérel vom Pic de l'Ours aus

Ein Diskurs über die Côte d’Azur – Wissenswertes Teil 1

Mir ist gerade aufgefallen, dass ich ja noch gar nichts über die Côte d’Azur im Großen und Ganzen geschrieben habe. Entstehung, Geschichte, Fakten und Zahlen meine ich.
Also hol Dir was zu trinken, setz Dich bequem hin: jetzt geht’s ans Eingemachte!

Woher stammt der Begriff »Côte d’Azur«

Die Bezeichnung »Côte d’Azur« wurde von dem französischen Schriftsteller Stéphen Liégeard geprägt, der 1887 ein Buch mit dem Titel »La Côte d’Azur« veröffentlichte, zu Deutsch: die azurblaue Küste.
Er schrieb eine Mischung aus Reiseführer und Roman und das Buch war schnell ausverkauft, denn er versprach darin traumhafte Landschaften, exzellente Speisen und lockere Sitten.

Der Begriff »Côte d’Azur« bezeichnet einen ganz bestimmten Küstenabschnitt am Mittelmeer, allerdings sind sich kurioserweise die Quellen über die Größe nicht ganz einig. Laut Wikipedia stimmen fast alle zumindest bei Menton als östlichstem Ort überein, im Westen beginnt die Côte d’Azur allerdings mal bei Cassis (in der Nähe von Marseille), dann wieder erst bei Toulon oder sogar erst bei St-Tropez. Für Stéphen Liégeard reichte die Côte d’Azur gar von Marseille bis Genua. Wer des Französischen mächtig ist, kann sich über den Artikel im »Var-matin« zu den verschiedenen Definitionen der Größe amüsieren. So wird darüber informiert, was nahezu jeder Berufszweig zu der Größe zu sagen hat, beispielsweise fängt für den Botaniker die Côte d’Azur da an, wo Palmen wachsen, für den Pragmatiker gehört das Küstengebiet von Saintes-Maries-de-la-Mer bis Menton dazu und der Relativist unterscheidet nach Kultur (Beaulieu bis Cannes), Landschaft (Bordighera bis La Ciotat-Cassis, und der Meinung der Pariser (Monaco bis Hyeres).
Also wie man es gerne hätte, offenbar. Gut, dann schmeiß ich auch noch einen in den Pott: für mich geht die Côte d’Azur von Menton im Osten bis Marseille im Westen.

 

Das Hinterland

Das Hinterland besteht aus Gebirge. Eigentlich besteht fast die ganze Côte d’Azur aus Gebirge, abgesehen von einem relativ schmalen Streifen zwischen Mandelieu und Nizza. Denn überall sonst reichen die Berge bis weit ins Meer hinein und ermöglichen es einem, beim Schnorcheln die tollsten Unterwasserlandschaften zu sehen. Daher gibt es auch nur zwischen Mandelieu und Nizza Sandstrände – künstlich aufgeschüttet. Aber dazu kommen wir an anderer Stelle.

Jetzt will ich schnell noch etwas über die Gebirge loswerden. Also, da haben wir die Seealpen, reichen ungefähr von Italien im Osten bis zu den provenzalischen Voralpen im Westen und sind dafür verantwortlich, dass Nizza so tun kann, als hätte es ein Skigebiet. Denn Isola 2000 (2.603 m hoch) ist eine knappe Stunde entfernt. (Es ist übrigens jedes Mal wieder spaßig, wenn man im gleißenden Sonnenschein am Meer spazieren geht und sich die Sonnenbrille zurecht schiebt, während auf den entgegenkommenden Autos Skier und Snowboards befestigt sind.)
Teile der provenzalischen Voralpen sind touristisch wahrscheinlich jedem ein Begriff. Schon mal vom Mont Ventoux gehört (1.912 m hoch)? Oder der Verdonschlucht, auch gerne Grand Canyon Europas genannt? Bis zu 700 m tief und 21 km lang und unten fließt die türkisfarbene Verdon entlang? Nein? Nix wie hin! (Zur Schlucht muss ich aber auch noch …)

Der letzte im Bunde ist das Massif des Maures. Das liegt im Var und verläuft entlang der Côte d’Azur zwischen Hyères und Fréjus. Sein Gestein ist schwarz, daher vielleicht der Name und einer der bekanntesten Orte ist dort St. Tropez, für die Amerikaner der romantischste Ort der Welt – hab ich mal gehört …



Gut, jetzt weißt Du ein bisschen, womit Du es zu tun hast, oder? Dann machen wir hier mal Schluss für heute. Nächstes Mal geht es weiter mit ganz viel Geschichte! Das wird spaaaaannend!



weiter geht es mit Teil 2.

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