Das Meer lädt zum Planschen ein

Während ich durch die Villa Rothschild und ihre Gärten spaziert bin, haben der Mann und der Hund das Cap Ferrat umrundet. Hunde dürfen nicht in die Villa, klar irgendwie. Aber wir wollten ihn nicht die ganze Zeit im Auto lassen. Also sind wir getrennte Wege gegangen. Heute gibt es deswegen eine Erzählung aus zweiter Hand und die Fotos hat auch der Mann gemacht – sind aber trotzdem schön 🙂

Der sentier du littoral um das Cap Ferrat

Die Halbinsel befindet sich zwischen Nizza und Monaco und der kleine Ort mit Hafen heißt Saint-Jean-Cap-Ferrat. In 2008 ergab eine Studie, dass der durchschnittliche Quadratmeterpreis hier bei – Achtung! – 30.300,- Euro liegt. Ich schreibe die Zahl noch mal aus, nicht dass Du denkst, ich habe mich vertippt: dreizigtausenddreihundert!!! Pro Quadratmeter! Damit war die Halbinsel damals der teuerste Ort der Welt. Ob das noch aktuell ist, weiß ich nicht.

Ich verstehe aber ein wenig die Faszination – auch wenn ich solche Summen völlig verrückt finde. Hier ist es einfach wunderhübsch und harmonisch. Man könnte fast ein wenig spucken, so schön ist es. Dennoch: Was ich bisher gesehen habe, hinterlässt bei mir eher einen Eindruck von Langeweile. Zuviel Harmonie geht mir immer auf den Keks. Der Mann, der ja nun das ganze Cap umrundet hat (und nicht wie ich nur einen Teil gesehen hat), fand es jetzt auch eher so lala. Unser beider Lieblings-Cap ist immer noch Cap d’Antibes, da ändert sich die Landschaft fast schon hinter jeder Ecke.

Das soll jetzt nicht heißen, dass sich dieser Spaziergang nicht lohnen würde! Man erlebt trotzdem eine ganze Menge. Und wenn man mal ab und an zwischen Zaun und Hecke einen kleinen Blick auf einen 30.300€ teuren Quadratmeter Garten erhaschen kann, freut sich doch der kleine Voyeur in uns, oder?

Die Natur ist natürlich trotzdem sensationell hier – immerhin sind wir an der Côte d’Azur! Auch hier findest Du kleine Buchten, die zum Planschen verführen. Die bekanntestes ist wohl am Paloma Beach.  Liegestühle mit Sonnenschirmen und ein Badesteg, damit man sich die Füße an den Steinen nicht so weh tut – das ist nichts für uns. Aber daneben ist auch noch ein kleiner Strandabschnitt für die Normalsterblichen. Wir würden lieber weitergehen bis zu einem einsameren Teil, wo auch der Hund seinen Spaß haben kann.



Ausgangspunkt

Ich tue mich jetzt etwas schwer, Dir einen Tipp zu geben, wo Du parken sollst. Das ist im Sommer hier eher schwierig. Und wir hatten das Glück, dass ich ja in der Villa Rothschild war. Deswegen stand das Auto dort auf dem Parkplatz. Auch die Wahl der Richtung würde ich Dir überlassen wollen, denn die Halbinsel ist aufgrund ihrer Form immer zur Hälfte im Schatten und zur Hälfte in der Sonne. Der westliche Teil, der Richtung Nizza ausgerichtet ist, liegt vormittags im Schatten, der östliche Teil Richtung Monaco dafür nachmittags.

Ich würde sagen: Mach es davon abhängig, wo Du einen Parkplatz bekommst. Oder bist Du mit dem Bus gekommen? Dann überlege, was Du lieber hast: Sonne von vorne oder von hinten. Oder bist Du gekommen, um dem Sonnenuntergang entgegenzugehen?

“Unsere” Runde begann am Plage de Passable, also auf der Westseite. Das hat theoretisch auch den Vorteil, dass man zum Ende der Runde im Ort Saint-Jean-Cap-Ferrat ist und dort in einem der Cafés eine Stärkung zu sich nehmen kann.

Die Tour

Der Mann schätzt die Schwierigkeit als “moderat” ein. Es geht ein wenig auf und ab, hin und wieder gibt es Treppen zu bewältigen, aber insgesamt ist der Weg ziemlich eben und gut ausgebaut. An einer Stelle wird es etwas eng, mit Gegenverkehr nicht so gut, aber man arrangiert sich. Joggingfreunde sind hier anzutreffen, Familienausflüge mit mehreren Generationen, Hundebesitzer und auf den Felsen sieht man Angler. Das Highlight waren die Slackline-Balancierer über dem Meer.



Vergiss nicht, Trinkwasser mitzunehmen! Wie das hier immer so ist, gibt es zwischendurch keine Möglichkeit, etwas zu kaufen. (Ich habe gelesen, dass es auf halber Strecke einen Brunnen mit Trinkwasser geben soll.) Du kannst natürlich auch gleich ein Picknick einpacken. Dazu eignet sich die Gegend ganz vorzüglich.

Von Saint-Jean-Cap-Ferrat aus kannst Du noch eine kleinere Halbinsel umrunden. Und im Ort gibt es ein Muschel-Museum!



Auch wichtig

Zwei Dinge will ich noch erwähnen.

Der Leuchtturm

Eigentlich gab es hier schon immer einen Leuchtturm. 1944 hat die deutsche Wehrmacht den Turm zerstört, 1949 wurde er wieder aufgebaut. Der Turm ist 34 Meter hoch und aufgrund der Lage auf dem kleinen Berg ist er über 45 Kilometer weit zu sehen. Beachtlich, oder?



Sémaphore

Das ist eine Beobachtungsstation, die 1862 auf Wunsch von Napoleon III. errichtet worden ist. Sie wird heute von  der französischen Marine betrieben, weswegen der Bereich an der Südspitze auch militärisches Sperrgebiet ist. Von einem Turm auf dem höchsten Punkt der Insel werden die umgebenden Meeres- und Landbereich beobachtet und so z.b. die Waldbrandgefahr eingeschätzt, aber auch Seenotrettung und Küstenschutz betrieben.


Warst Du schon hier? Was hast Du erlebt? Teile es mit uns in den Kommentaren.

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