im Vordergrund die Hafeneinfahrt und dahinter die Küste - traumhaft

Ich gebe es zu: Vor diesem Artikel über Nizza habe ich mich eine ganze Weile gedrückt. Nizza und ich hatten ein paar Startschwierigkeiten. Die ersten paar Male, als der Mann und ich die Stadt erkunden wollten, hat uns das Verkehrsgewühle dort so durcheinander gebracht, dass wir es nicht schafften, das Auto loszuwerden, weil jeder Parkplatz und jedes Parkhaus unerreichbar schienen. Nach dem dritten Versuch, bei dem wir es wie üblich nicht geschafft hatten, das Auto zu parken, bevor wir die Stadtgrenze auf der anderen Seite wieder hinter uns gelassen hatten, haben wir sogar einen Urlaub in Nizza verbracht, nur um endlich mal die Stadt erkunden zu können.

Aber Nizza gehört nun mal zu DEN Top-Zielen hier unten und wenn man schon mal da ist, sollte man sich die Stadt auch ansehen, ebenso wie Monaco, Cannes und St. Tropez. Und so habe ich mich an einem schönen Tag im Spätsommer auf den Weg gemacht, um die Highlights zu besuchen und ein paar hübsche Fotos für Dich zu machen. Und wie immer kam alles anders, als ich erwartet hatte.



Denn an diesem warmen Sommertag, an dem ich mit Kamera und Hund durch Nizza gezogen bin, hat mir die Stadt endlich  Zugang gewährt und ich habe mich ein bisschen verliebt. Und ich hoffe, dass es Dir auch so gehen wird, wenn Du hier bist und dass ich Dir dabei behilflich sein kann!

Ich denke, wir sind immer mit der falschen Einstellung nach Nizza gekommen und deswegen hat es nicht geklappt. Die Stadt ist riesig, laut, schmutzig, voll und chaotisch! Da wir in solch einer Stadt leben, wollten wir im Urlaub damit nichts zu tun haben. Und selbst wenn wir uns schon an den südfranzösischen Verkehr gewöhnt hatten, stellte Nizzas Verkehr trotzdem eine unüberwindliche Hürde dar. Daher ist mein erster Tipp an Dich:

Such Dir vorher die Adresse von einem Parkhaus raus und lass Dich vom Navi hinbringen! Mein liebster Parkplatz ist am Hafen, Parking du Phare (Adresse: Place Guynemer, 06300 Nice). Von dort aus kann man den Großteil von Nizza zu Fuß erobern. Oder komm gleich mit Bus oder Bahn. (Wenn Du Deine Unterkunft in Nizza hast, dann hast Du es natürlich einfacher, dann bist Du ja schon hier…)

Jetzt machen wir uns an die Eroberung der Stadt:

1. Marché aus fleurs cours Saleya

Fang mit dem Markt an: Er ist riiiesig! Nizzas Blumenmarkt ist weltberühmt und wurde vom Conseil National des Arts Culinaires als einer der schönsten Blumenmärkte Frankreichs ausgezeichnet. Aber Du findest hier auch Obst & Gemüse, Fisch & Meeresfrüchte und Kunsthandwerk. Schau Dir die vielen Stände in Ruhe an und trink anschließend noch in einem der Cafés ein Gläschen in der Sonne. (Adresse: Cours Saleya – 06300 NICE)



2. Das Beste an Nizza ist, dass das Meer nie weit weg ist.

Du könntest nach dem Marktbummel eine Runde planschen gehen. Und danach Mittagessen. Und Nachmittags nochmal baden mit anschließendem Nickerchen am Strand. Und vor dem Abendessen. Oder direkt als erstes, nachdem Du das Auto geparkt hast. So viele Möglichkeiten – es ist fantastisch!



3. Shoppen kann man hier ausgezeichnet!

Es gibt unendliche viele Möglichkeiten. Zum einen finden wir hier eine Vielzahl an Shopping-Malls, wie z.b. das Nice Etoile (Adresse: 30 Avenue Jean Médecin, 06000 Nice) oder Galerie Lafayette (Adresse: 6 av Jean Médecin – 06000 Nice). Zum anderen bietet uns die Fußgängerzone rund um den place de masséna eine unglaubliche Menge an Boutiquen mit den großen Marken, aber auch regionaler Mode. Und auch hinter dem Marktplatz lassen sich noch einige inhabergeführte Geschäfte finden, die einen Besuch wert sind.



4. Kultur, Kultur, Kultur!!!

Nizza bietet ein unglaubliches kulturelles Programm. Teilweise sind originelle Konzepte darunter wie z.b. Konzerte im Chagall Museum oder interessante wie deutsche Lesungen im Centre Culturel Franco-Allemand. Es gibt alleine 18 staatliche Museen und Kultureinrichtungen in der Stadt, hinzukommen noch Galerien und Sammlungen, Denkmäler, Kirchen, Parks und Gärten. Und nicht zu vergessen die Oper. Man kann wahrscheinlich einen ganzen Urlaub damit verbringen, das Kunstangebot in Nizza zu bestaunen – und hat dann doch noch nicht die Museen und Galerien der Umgebung gesehen.



 5. French Riviera Pass & Côte d’Azur Card

Beide eine tolle Sache! Mit dem French Riviera Pass hast Du gratis Zutritt zu verschiedenen Museen. Den Pass gibt es für 24 Std. (26 €), 48 Std. (38 €) und 72 Std. (56 €). Und es gibt noch mehr! Beispielsweise geführte Touren, mit Segway, zu Fuß als GPS-Tour oder in einem kleinen Zweisitzer-Töftöf. Oder Rundfahrten mit Bus und Bummelbahn. Alle Angebote findest Du hier.

Mit der Côte d’Azur Card hast Du nicht nur Zugang zu vielen Museen, Parks und historischen Sehenswürdigkeiten. Du kannst auch mit der Fähre zu den îles de lérins vor Cannes fahren und mit Bus oder Bummelzug Nizza erkunden. Eine 3- Tageskarte kostet 45 Euro und bekommst Du hier.

Aber tu mir den Gefallen und überleg Dir vorher ganz genau, ob Du unbedingt ins Marineland musst und stattlichen Meeresbewohnern bei albernen Kunststücken zugucken. Sea Shepherd schreibt regelmäßig auf ihrer Facebookseite über den Park und demonstriert genauso regelmäßig vor dessen Toren. Geh lieber in das Ozeanographie Museum in Monaco, wenn Du die Unterwasserwelt sehen willst. Das verzeichnet immerhin beachtliche Forschungs- und Zuchterfolge und man lernt eine ganze Menge. Oder noch besser: geh schnorcheln und sieh Dir die bunte Fauna in ihrer natürlichen Umgebung an, Du bist ja immerhin am Meer.



6. Fahrrad ausleihen

Du kannst vom Hafen bis nach Mandelieu immer am Meer entlang radeln, ohne dass Dir viele Hügel in die Quere kommen. Auch ein Abstecher zum Cap d’Antibes bietet sich an, hier geht es allerdings ein wenig bergauf und -ab. Nichtsdestotrotz ist eine Radtour am Meer entlang eine schöne Urlaubsbeschäftigung, an die man sich bestimmt noch lange erinnert. Such Dir also einen Fahrradverleih und strample los! Das kannst Du auf dem Weg sehen:



7. der Schlosshügel – Colline du Château

Der Schlosshügel trennt Nizzas Altstadt  vom Hafen. Von oben hast Du eine sensationelle Aussicht über die Stadt und das Mittelmeer. Die Treppe hat 213 Stufen – Du kannst auch für 2/3 der Strecke den Fahrstuhl nehmen (allerdings nicht im Winter.) Oder, das ist auch nett, Du fährst mit einem Touribummelzug hoch. Nach einer etwa 45–minütigen Stadtrundfahrt kannst Du oben auf dem Berg aussteigen. Die Öffnungszeiten des Parks findest Du an der Treppe und am Fahrstuhl, der Eintritt ist frei.



8. Der Hafen

Du hast ja schon am Hafen geparkt, jetzt solltest Du auf jeden Fall auch einmal herumlaufen. In Nizzas Hafen legt unter anderem die Fähre nach Korsika ab und Kreuzfahrtschiffe an. Es gibt wirklich viel zu gucken – und zu laufen, der Hafen ist groß.

Wenn Du gerne Rennrad fährst,  gibt es auf der anderen Seite gegenüber vom Parkplatz das café du cycliste. Dort erwartet Dich Radbekleidung und – der Name ist Programm: ein Café. Der Kundenservice, auch später, wenn es ein Problem geben sollte, ist hervorragend! (Adresse: 16 Quai des Docks, 06300 Nice)

In den Straßen neben dem Hafen findet man noch die ein oder andere Besonderheit. Wie zum Beispiel Nizzas überdachten Flohmarkt marché aux puces. (Adresse: Rue Robilant, 06300 Nice)



9. Nizzas Altstadt

Das ist mein neu entdeckter Lieblingsort! Von der rechten Ecke des Marktes (wenn Du das Meer im Rücken hast) gehen kleine, relativ unscheinbare Gässchen nach Norden, an denen der Mann und ich bei unsere ersten Besuchen auch immer vorbeigegangen sind. Nimm sie! Es ist, als wenn man in einer anderen Stadt unterwegs ist. Halte Dich tendenziell eher rechts, auch wenn die Gassen dort dunkler scheinen. Ab und an stößt man inmitten dieses Gewusels auf einen hübschen Platz – ich hatte unheimlich viel Spaß hier! Und es gibt hier eine große Auswahl unterschiedlichster Küchen: indisch, thailändisch und natürlich niçoiser Küche neben Bäckereien und Bars. Lecker.



 

Das bringt mich zu meinem letzten Punkt:

10. regionale Köstlichkeiten

Die Socca ist eine typische Spezialität aus Nizza, obwohl sie ursprünglich wahrscheinlich aus Genua kommt. Sie wird aus Kichererbsenmehl, Olivenöl, Salz und Wasser gemacht. Mehr nicht. Dazu trinkt man gekühlten Rosé. Man findet sie auf dem Markt, aber auch in den Restaurants der Altstadt. Du solltest sie einmal probieren, schmeckt vorzüglich. Eine andere Spezialität ist Pissaladière. Am besten kann man es als eine Art Zwiebelkuchen beschreiben. Es ist wie eine Pizza mit dickem Boden, die mit feinpürierten Sardellen, Zwiebeln und vielen schwarzen Oliven belegt wird. Auch hierzu gibt es gekühlten Rosé aus der Region. Aber dazu habe ich leider keine Fotos.



Was ist Deine Lieblingsort in Nizza?

teile diesen Beitrag oder gib ihm ein ❤️
x gefallen