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Ein paar Caps habe ich Dir schon vorgestellt: Cap d’Antibes, Cap Martin, Cap Ferrat und meinen absoluten Liebling: Cap Camarat. Allerdings sind die bisherigen eher Stadtgärten im Vergleich zum Cap Dramont. Denn keines ist so rau und wild wie das Cap Dramont. Nichtsdestotrotz ist es absolut einen Ausflug wert.

Wo liegt das Cap Dramont?

Wenn Du aus Richtung Cannes kommst, dann fährst Du ja diese wunderbare Corniche d’Or entlang (ich kann gar nicht oft genug betonen, dass Du das un-be-dingt einmal machen musst!). In Agay verändert sich die Straße, wird etwas städtischer – es gibt mehr Häuser und Menschen – aber bevor Du in den Dunstkreis von Saint Raphaël kommst, liegt links das Cap Dramont. Es gibt einen großen Wanderparkplatz, wo Du bequem Dein Auto stehen lassen kannst (Rue Lm Robinson, 83700 Saint-Raphaël) und nach diesem Schild geht es dann los:

Links in der Bucht, die Du auf diesem Foto erahnen kannst, liegt übrigens ein Sandstrand, man mag es kaum glauben, nicht wahr? Auf dem restlichen Weg gibt es keine Bademöglichkeiten, denn da ist es viel zu gefährlich, wie Du gleich sehen wirst. An einer Stelle erinnert ein Kreuz an jemanden, der dort zu Tode gekommen ist. Bade also nur an den Stränden vor und hinter dem Cap. Aber keine Sorge: die sind dafür wirklich schön.

Der Weg

(Meine Route beinhaltet eine Erweiterung, auf die ich weiter unten zu sprechen komme.)

Diese Wanderung ist eher für trittsichere Wanderer geeignet! Es gibt zwar einen gepflasterten Weg hoch zu einem Gebäude und dem Aussichtspunkt ganz oben auf dem Cap, aber ich nehme ihn nicht gerne: er ist mir zu steil! Viele Höhenmeter auf ganz kurzer Strecke – das entspricht sonst genau meiner Lieblingsart, Berg zu erklimmen. Aber hier gefällt es mir nicht. Die kleineren Wanderwege dauern zwar länger, aber machen mir auch mehr Spaß. Gerade weil man ab und an mal einen großen Schritt machen oder über ein bisschen Geröll steigen muss. Nichts finde ich schlimmer als monotone Wege, auf denen man nicht merkt, dass man voran kommt.

Aber sieh Dir erstmal an, warum sich dieser Weg lohnt:

Toll, oder? Rau, wild, ungebändigt – mag ich sehr!

Ein weiterer Vorteil des Wegs durchs Gelände ist, dass man bei diesem Aussichtspunkt vorbeikommt:

Dieses Fenster im Felsen ist durchaus berühmt und ziemlich groß. Man kann gut zu zweit drinsitzen und ein hübsches Fotos machen.

Von hier geht es noch etwas weiter hoch und noch ein bisschen weiter rum, bis man das Cap einmal umrundet hat.

Wissenswertes

Wenn man ein bisschen trödelt (zum Beispiel, weil man auf meiner Lieblingsbank ein Päuschen einlegt), dann kann man entspannte 1,5 – 2 Stunden spazieren.

Bestimmt muss ich Dir das nicht sagen, aber feste Schuhe sind unumgänglich! Ebenso eine Flasche Wasser und Sonnenschutz, auch im Winter kann die Sonne hier ganz ordentlich brennen.

Das Cap Dramont ist fast zweigeteilt: Auf der Seite von Agay ist es rau und wild, auf der Seite von Saint Raphael kann man erst noch ein ganze Stück auf einem breiten Pfad laufen und sich danach überlegen, ob man den anstrengenderen Teil auf sich nimmt oder umdreht.

Wenn Du aus dem Wald auf der Saint-Raphael-Seite trittst, stehst Du an einem kleinen Kiesstrand, von wo ein weiterer schmaler Weg zu einer Badebucht führt. Gegenüber liegt die Privatinsel „île d’Or“, der Turm dient als Wohnung. Rechts befindet sich der Hafen „Port du Poussaï“, über dessen Zufahrtsstraße Du auf die Hauptstraße (D559) gelangst und darauf bequem zurück zum Parkplatz laufen kannst, wenn Du keine Lust hast, den selben Weg zurückzugehen. An der Hauptstraße gibt es auch ein paar Geschäfte, Restaurants und eine Apotheke.

Meine Erweiterung

Die Tour um das Cap Dramont gehört eher zu unseren kürzeren Hunderunden. Deswegen parken wir näher an Agay, nämlich am Boulevard de la 36ème division du Texas und laufen von dort los. Es sind vielleicht 20 Minuten, bis man am Cap Dramont ankommt, aber dafür hat man ein paar schöne Ausblicke – und der Hund ein paar schöne Badestellen, denn es ist ein kleiner Abschnitt des sentier littorals:

Geschichtsträchtiger Ort

Vielleicht hast Du Dich schon über die Straßennamen gewundert. Da sind viele Kommandanten und Divisionen verewigt. Überhaupt stolpert man immer wieder über Überbleibsel aus dem zweiten Weltkrieg, wie z.b. gemauerte Gänge am Cap Roux.

Hier am Cap Dramont war eine wichtige Landestelle für die Invasion der Alliierten im zweiten Weltkrieg. Am 15.8.1944 landeten amerikanische Truppen der 36. Division am Cap Dramont. Es gibt auch ein Denkmal für diesen Tag. Das findest Du, wenn Du am Kreisverkehr (nach der Zugangsstraße zum Hafen) nach links gehst (anstatt nach rechts zum Auto zurück). Nach vielleicht 10 Minuten kommst Du zum Denkmal am „plage du debarquement“.

Nachtrag: Vor einiger Zeit haben wir bei einer Ausstellung über Antoine de Saint-Exupéry in Saint Raphael gelernt, dass er bei der Fliegerstaffel im zweiten Weltkrieg war und sein Flugzeug hier an dieser Küste abgeschossen wurde. Taucher konnten es zweifelsfrei identifizieren. Er verbrachte einige Zeit in Agay bei seiner Schwester.

Fazit:

Für mich gehört der Spaziergang hier zu meinen regelmäßigen und liebgewonnenen Hunderunden. Der Hund und ich haben hier viel Spaß, er kann herumstromern – kommt ja nicht weit bei den schmalen Wegen – und ich muss nicht wie ein Schießhund aufpassen, dass er keinen Unsinn macht.


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